Liquidität 8 Min

Was ist Liquidität wirklich?

Große Orders brauchen Gegenparteien – und die liegen an vorhersehbaren Orten.

Jeder Kauf braucht einen Verkäufer. Will ein großer Marktteilnehmer 500 Kontrakte kaufen, braucht er jemanden, der 500 Kontrakte verkauft – und zwar ungefähr zum aktuellen Kurs. Sonst treibt er den Preis gegen sich selbst.

Liquidität bedeutet: An dieser Stelle liegen viele Orders. Und Orders liegen nicht zufällig verteilt, sondern konzentriert dort, wo viele Trader dieselbe Entscheidung treffen.

Buy Side Liquidity
Kaufaufträge, die über dem aktuellen Kurs liegen: Stop-Loss-Orders von Short-Positionen und Buy-Stop-Orders von Ausbruchstradern. Sie sammeln sich über markanten Hochs.
Sell Side Liquidity
Verkaufsaufträge unter dem aktuellen Kurs: Stop-Loss-Orders von Long-Positionen und Sell-Stops. Sie sammeln sich unter markanten Tiefs.

Der entscheidende Punkt: Ein Stop Loss ist technisch eine Marktorder, die bei Erreichen des Kurses ausgelöst wird. Wenn tausend Long-Trader ihren Stop unter demselben Tief haben, liegt dort ein großer Verkaufsauftrag – bereit, jeden großen Käufer zu bedienen.

Merksatz
Der Markt „jagt“ nicht deinen persönlichen Stop. Er bewegt sich dorthin, wo genug Gegenorders liegen, um große Positionen auszuführen. Dein Stop liegt nur leider genau dort, wo alle anderen ihn auch haben.
QuizFrage 1 von 2
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Wo sammelt sich typischerweise Sell Side Liquidity?

Begriffe aus dieser Lektion

Buy Side Liquidity
Kaufaufträge oberhalb des Kurses, meist Stops von Shorts.
Sell Side Liquidity
Verkaufsaufträge unterhalb des Kurses, meist Stops von Longs.
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